Review: Mario Party 10 & Toad Amiibo

Seit vielen Monaten warte ich nun schon auf dieses Spiel, wobei ich mehr gefürchtet als gehofft habe, was dabei heraus kommt: Mario Party 10. Wer die Reihe kennt, ist sicher auch mit ihrem – aus der Sicht vieler Fans – größten Problem vertraut: Seit dem Vorgänger Mario Party 9 ist man nicht mehr getrennt von den anderen Spielern, sondern gemeinsam auf in einem Fahrzeug unterwegs. Jede Runde ändert sich nur der Spielführer, der Würfeln darf. Das wäre ja noch alles schön und gut, würde es nicht mit vielen weiteren Vereinfachungen in der Serie einher gehen: Die Partien sind deutlich kürzer geworden, Minispiele gibt es nicht mehr nach jeder Runde und Nintendo scheint alles getan zu haben damit – im Sinne der Familienfreundlichkeit – der letzte Spieler bis zum Ende auch noch eine Chance hat. Ansätze in dieser Richtung gab es schon früher, aber seit dem neunten Teil ist Mario Party leider nur noch eine bunte Familienunterhaltung, ein harter Wettkampf mit Freunden macht nur noch wenig Spaß und ist auch schnell vorbei. Aber genug gejammert! Obwohl die wesentlichen Änderungen auch bei Nummer 10 nicht zurück genommen wurden, habe ich es mir wieder gekauft. (Ein bisschen auch aus Ermangelung anderer Alternativen…) Und wenn schon, denn schon: Es musste natürlich die Special Edition mit dem Mario Amiibo sein:

Mario Party 10 Special Edition Mario Amiibo

Natürlich auch mit Original-Verpackung, aber die spiegelt so doof beim Fotografieren :(

 

Dieser Amiibo unterscheidet sich von dem Mario aus der Super Smash Bros. Reihe durch seine Haltung, wir sollen wohl auch Amiibos der gleichen Figuren bald doppelt kaufen.  :confused:  Für mich war es aber tatsächlich der erste Amiibo, weil ich kein Smash Bros. besitze (ich bin einfach unglaublich schlecht darin…), deswegen hat mir das nichts ausgemacht.

Soo, jetzt aber mal etwas Inhaltliches zum Spiel: Man hat grundsätzlich die Wahl zwischen drei großen Modi: Dem „normalen“ Brettmodus, dem Bowser-Modus und dem Amiibo Modus.

Normaler Spielmodus: Wie oben schon erwähnt funktioniert dieser Modus so wie bei Mario Party 9, einen „klassischen“ Modus wie bei den anderen Vorgängern gibt es nicht mehr. Hier teilt man sich also zu viert ein Gefährt und muss eine vorgegebene Strecke überwinden, die recht linear ist, es gibt nur wenig Abzweigungen und Entscheidungsmöglichkeiten. Jede Runde wechselt der Spielführer, der das Fahrzeug steuert und würfelt. Statt Items stehen wieder verschiedene Spezial-Würfel zur Verfügung. Die Bretter sind liebevoll gestaltet, ähneln in ihren Themen (zum Beispiel das Unterwasser-Brett) aber doch ziemlich dem Vorgänger. Ich finde, hier hätte man leicht Abwechslung in das Spiel bringen können. Es muss auch wieder ein Zwischen- und ein Endgegner besiegt werden, den man aber leider nicht mehr aussuchen darf. Alle Bretter dauern laut Beschreibung nur 30 Minuten, viel länger haben wir auch nicht gebraucht. Das finde ich wirklich schade, denn zu einem richtigen Mario-Party-Abend mit Freunden gehört doch auch eine lange Partie, oder? Man merkt generell, dass im Vergleich zum Vorgänger noch mehr verkürzt und vereinfacht wurde, wahrscheinlich, damit das Spiel für jeden ohne große Einführung spielbar ist. Für langjährige Fans finde ich das ganze aber enttäuschend.

Bowser-Modus: Diesen Modus finde ich vom ganzen Spiel eigentlich noch am Besten. Hier können bis zu 5 Spieler teilnehmen, die vier im Fahrzeug werden von Bowser über das Spielbrett gejagt. Immer, wenn er sie erreicht, gibt es eines von (erstaunlich vielen) verschiedenen Bowser-Spielen. Bowser muss dabei versuchen, die Herzen der anderen Spieler zu reduzieren, bis alle von ihnen ausgeschieden sind. Die Spieler haben dagegen das Ziel, das Ende des Spielbretts zu erreichen. Bowser wird über das Gamepad gesteuert, kann das Spielbrett zusätzlich beeinflussen und bekommt hilfreiche Kommentar von Bowser Jr., was eigentlich ganz niedlich ist. Insgesamt finde ich, dass bei diesem Modus die meiste Party-Stimmung aufkommt, auch wenn er kaum länger dauert als die anderen.

Amiibo-Modus: Dieser Modus ist ja sehr umstritten, weil er ohne einen Amiibo nicht spielbar ist. Das finde ich auch nicht so gut, aber der Modus an sich ist nicht schlecht. Zwar läuft man hier auf dem Spielbrett nur im Quadrat, aber es müssen Münzen gesammelt und gegen Sterne eingetauscht werden, da kommen ja richtige Retro-Gefühle auf.  :wink:  Durch die Benutzung von Marken, die die Amiibos einsammeln können, lässt sich unter anderem das Spielbrett verändern. Jeder Charakter hat ein Brett mit besonderen Felder, das dann teilweise das vorhandene Brett ersetzt. Die Minispiele sind aber normal und nicht durch die Amiibos verändert. Insgesamt dauert das Spiel sogar etwas länger als die anderen Modi. Eigentlich habe ich also einen ganz guten Eindruck, aber eine Sache nervt mich richtig: Um zu würfeln, eine Eingabe zu bestätigen oder Ähnliches muss man jedes Mal den Amiibo auf das Gamepad halten. Ich verstehe, dass das nötig ist, um Daten zu speichern, aber sicher nicht so häufig. Mit mehreren Personen gibt man also das Gamepad ständig weiter und hält zusätzlich noch den Amiibo und die Fernbedienung fest, was ziemlich unpraktisch ist.

Fazit: Es gibt noch einige andere Minispiel-Wettkämpfe und kleinere Spielchen, die insgesamt ganz nett sind. Aber ich muss schon sagen, die klassischen Mario-Party-Spiele waren viel besser. Man muss nicht immer nur stur Sterne suchen, auch die Alternativen ab Mario Party 7 haben mir gefallen. Aber hier wird alles nur noch einfacher und familientauglicher, was mich nicht anspricht. Dass es auch ganz anders geht, zeigt zum Beispiel „Straßen des Glücks“, für die Wii, das wir teilweise heute noch spielen. Und zeigt sich auch das Problem: Es gibt in diesem Bereich wenig Alternativen, wenn man nicht gerade Mario Kart fahren oder Smash Bros. spielen will… Deswegen gibt es doch noch drei Kätzchen, denn man nimmt ja, was man kriegen kann.

Wertung: 3/5  :grin:   :grin:   :grin:

Bonus:

Toad Amiibo Wii U Nintendo

Ja, mein Totoro hat sich mal wieder auf das Bild geschlichen… ;)

 

Ein Amiibo alleine könnte sich ja langweilen, also musste ein kleiner Toad auch noch mit nach Hause. Er stammt aus der gleichen Reihe und eignet sich für Mario Party, aber auch für Captain Toad: Treasure Tracker. Hier schaltet er kleine Pixel-Toads frei, die man in jedem Level suchen kann. Und sie sind teilweise richtig schwierig zu finden! Das ist zwar ganz niedlich, aber ich hätte mir ein bisschen mehr gewünscht, vielleicht ein paar neue Level oder so…

Noch mehr Bonus:

Totoro Mario Toad Amiibo

Noch mehr Photobombing von Totoro! :D

 

Durchgelesen: Februar

Hier kommen (typischerweise mit ein paar Tagen Verspätung :wink: ) meine Bücher-Empfehlungen aus dem Februar. Irgendwie sind es dieses Mal gar nicht so viele. Ich überlege noch, was meine Ausrede dafür ist, wahrscheinlich mal wieder die Klausuren an der Uni… Und, dass der Februar ja auch ein bisschen kürzer ist als andere Monate. :exclaim: Aber ein bisschen was ist trotzdem zusammen gekommen:

Corina Bomann: Die Jasminschwestern

Zur Handlung: Für die Journalistin Melanie bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund Robert plötzlich nach einem Autounfall ins Koma fällt. Um mit dieser Situation zurecht zu kommen, zieht sie sich aufs Land zu ihrer Urgroßmutter Hanna zurück. Dabei erfährt sie nach und nach mehr über deren eigene Geschichte: Hannas bewegtes Leben führte sie vom Vietnam nach Deutschland und Paris und wurde durch die Trennung von ihrer Schwester geprägt.

Review: „Die Jasminschwestern“ erzählt, wie es typisch für die Bücher von Corina Bomann ist, zwei parallele Handlungsstränge in der Gegenwart und der Vergangenheit. Ihr gelingt die Kombination der beiden Geschichten im Vergleich zu anderen Autoren in dem Genre meistens gut, hier finde ich aber, dass die Erzählung aus der Gegenwart etwas klischeehaft ist und einige Schwächen aufweist. Die Geschichte der Jasminschwestern in der Vergangenheit finde ich dagegen spannend und abwechslungsreich. Wenn ihr noch nichts von der Autorin kennt, empfehle ich euch aber eher „Die Schmetterlingsinsel“ oder auch „Der Mondscheingarten“

Wertung: 3/5  :grin:   :grin:   :grin:

Katarina Bivald: Ein Buchladen zum Verlieben

Zur Handlung: Als Sara ihren Job in einem Buchladen verliert, entschließt sie sich zu einem mutigen Schritt: Sie bricht von Schweden zu einer Reise in ein kleines Dorf in Iowa auf, um ihre Brieffreundin Amy zu besuchen, die sie noch nie gesehen hat. Die beiden verbindet ihre Liebe zu Büchern. Doch dort angekommen, findet sie heraus, dass Amy plötzlich verstorben ist und ist nun ganz allein an einem fremden Ort. Doch die anderen Dorfbewohner nehmen sich ihr – auf recht unkonventionelle Weise – an und integrieren sie in ihre Gemeinschaft, bis Sara sich schließlich einen Traum erfüllt: Sie eröffnet einen eigenen Buchladen.

Review: Die Idee der Geschichte finde ich gar nicht mal so schlecht. Klar, wer gerne liest, fühlt sich den Amy und Sara in ihrer Begeisterung für Bücher verbunden. Allerdings finde ich nahezu alle Charaktere, allen voran Sara, seltsam geschrieben und unsympathisch. Sie wird einfach zu klischeehaft als graue Maus dargestellt und die anderen Dorfbewohner sind ein verzerrtes Abbild einer amerikanischen Kleinstadt aus dem Bilderbuch. Irgendwie finde ich das befremdlich. Und auch die Handlung gerät erst gegen Ende in Schwung, überschlägt sich dann aber in einer klischeehaften Liebesgeschichte. Zwei Kätzchen gibt es trotzdem noch für die gelegentlichen Abschnitte über Literatur und das Lesen an sich, die wirklich schön geschrieben sind.

Wertung: 2/5  :grin:   :grin:

Sarah Lark: Der Klang des Muschelhorns

Zur Handlung: Dieses Buch ist der zweite Teil der aktuellsten Neuseeland-Triologie von Sarah Lark. Die Geschichte der Protagonisten aus dem ersten Teil „Die Zeit der Feuerblüten“ und deren Kinder wird weiter erzählt. Um hier nicht zu spoilern, werde ich dazu nichts weiter schreiben, falls jemand den ersten Band noch nicht kennt. Nur so viel: Eine typische Auswanderer-Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, dieses Mal mit deutschen Familien aus Mecklenburg.

Review: Es geht also mal wieder nach Neuseeland, wie schon so oft bei Sarah Lark. Es mag daran liegen, dass ich eine ältere Reihe von ihr gerade zu Ende gelesen habe, aber ich finde die Wiederholungen in den Themen (Aufstände der Maori, Schafzucht, Walfang) langsam ein bisschen langweilig. Gerne würde ich mal etwas neues von ihr über einen anderen Schauplatz lesen. Das Buch ist aber für sich genommen nicht schlecht. Meine Kritik am ersten Band war ja, dass Gewalt und Vergewaltigungen trotz historischem Bezug für mich etwas zu viel Überhand genommen hatten. Das ist in diesem Buch etwas besser geworden, zumindest ein bisschen. Oder ich habe mich dran gewöhnt… Wem das nichts ausmacht, kann ich nur darauf hinweisen, dass ich bei aller Kritik die Bücher von Sarah Lark immer noch besser finde als viele andere Auswanderer-Romane.

Wenn es historisch sein darf, aber nicht unbedingt ausgewandert werden muss, empfehle ich übrigens „Die Teerose“ und die beiden Fortsetzungen von Jennifer Donnelly, die sind für mich auch nach wie vor ein Highlight.

Wertung: 3/5  :grin:   :grin:   :grin:

Trudi Canavan: Die Magie der tausend Welten – Die Begabte

Handlung: In diesem ersten Band einer Fantasy-Trilogie werden zwei Geschichten aus zwei Welten parallel erzählt. Auf der einen Seite geht es um den Archäologie-Studenten Tyen, der ein magisches Buch namens „Pergama“ (da schreib ich gleich noch was zu) findet. Dabei handelt es sich eigentlich um eine junge Frau, die in diese Form verwandelt wurde und nun in der Lage ist, jegliches Wissen zu sammeln und weiter zu geben. Tyen möchte ihr helfen, wieder ein Mensch zu werden, wird aber des Diebstahls an diesem wertvollen Artefakt bezichtigt und muss fliehen. Dann geht es noch um Rielle, die in einer anderen Welt lebt, in der Frauen wenig Rechte haben. Sie verliebt sich in einen Künstler, was ihre Eltern nicht billigen. Als sie dann auch noch herausfindet, dass sie magische Fähigkeiten besitzt, die in ihrem Land nur den Engeln und ihrer Priestern vorbehalten sind, gerät sie in immer größere Gefahr.

Review: Eines vorweg: Das hier ist ein Buch von Trudi Canavan. :kiss:  Ich kann es also per Definition nicht schlecht finden, denn ich liebe einfach alle ihre Geschichten und würde so ziemlich blind alles von ihr empfehlen. (Also lest „Die Gilde der Schwarzen Magier“, „Sonea“ und „Das Zeitalter der Fünf“, dann wisst ihr, was ich meine). So, jetzt ernsthaft: Ich finde es super, die Welten sind toll geschrieben, aber ein bisschen Längen hat es in der Mitte schon. Und nicht alle Hauptcharaktere sind mir sympathisch, aber das ist öfter so bei ihren Büchern und stört auch nicht, es tut der Geschichte keinen Abbruch. Das klingt jetzt schon wieder so negativ, aber ich bemühe mich nur, ehrlich zu sein und auch Schwächen aufzuzeigen. Trotzdem ist das Buch genial und der Auftakt zu einer tollen Reihe (ja, ich weiß das jetzt schon :wink: ), also definitiv eine Kaufempfehlung!

Wertung: 5/5 :grin:   :grin:   :grin:   :grin:   :grin: